Zweite Sonderprobe – Liederkranz arbeitet weiter am Feinschliff für das Jahreskonzert

Am Samstag, den 21. März, traf sich der Liederkranz Kornwestheim zu seiner zweiten Sonderprobe in Vorbereitung auf das anstehende Jahreskonzert am 9. Mai. Nachdem bereits bei der ersten intensiven Probe Anfang Februar die Grundlagen gelegt wurden, stand diesmal der Feinschliff im Mittelpunkt.

In zwei konzentrierten Probenblöcken arbeiteten die Sängerinnen und Sänger engagiert an Ausdruck, Dynamik und Präzision der Stücke. Ziel war es, den bereits erarbeiteten Klang weiter zu verfeinern und das Zusammenspiel im Chor noch enger aufeinander abzustimmen.

Für eine willkommene Unterbrechung sorgte ein gemeinsames Mittagessen, das nicht nur zur Stärkung diente, sondern auch den Austausch und das Gemeinschaftsgefühl förderte.

Die zur Verfügung stehende Probenzeit wurde äußerst effizient genutzt. Am Ende des Tages war deutlich spürbar: Der Liederkranz hat einen weiteren wichtigen Schritt in der Vorbereitung auf das Konzert gemacht.

Bis zum großen Auftritt stehen neben den regulären Chorproben noch eine weitere Sonderprobe am 25. April an – die intensive Vorbereitung geht also in die nächste Runde. Die Vorfreude auf das Jahreskonzert wächst mit jeder Probe.

(Klaus Beiter)

Gedanken zu „ZEITREISE – von ABBA bis SCHUBERT“ 3/3

Zeitreise in die Moderne

Mit dem populären Rock-Song und Evergreen Music von John Miles aus dem Jahre 1976 leitet das Akkordeon-Orchester wieder zum letzten Chorblock über, der uns nun in die jüngste Vergangenheit führt.

Mit den 70-er Jahren startet auch das Finale unserer Zeitreise: Basierend auf einem sehr erfolgreichen Folksong von Gary Bolstad, dichtete Hannes Wader – der seinen Aufstieg zum bekannten sozialkritischen Liedermacher nicht zuletzt der Empfehlung von Reinhard Mey verdankte – 1972 den deutschen Text von Heute hier, morgen dort. Mit seiner eingängigen Melodie und dem „Alltags-philosophischen“ Text traf das Lied den Nerv der Zeit und wurde so zum „modernen Volkslied“. Darüber hinaus wurde der Titel zu einem „geflügelten Wort“ der deutschen Alltagssprache. Das Lebensgefühl eines Menschen, der immer unterwegs ist und sich dem stetigen Wandel der Welt anpassen muss, dürfte auch und gerade in heutiger Zeit wieder besonders aktuell sein. Seit 1972 eröffnet Hannes Wader seine Konzerte übrigens mit diesem Lied, das so zu seiner „Erkennungs-Melodie“ geworden ist.

Über den Wolken ist eines der bekanntesten Lieder Reinhard Meys von 1974 und die Zeile aus dem Refrain Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ ist ebenfalls zum „geflügelten Wort“ geworden. Hintergrund des Liedes war die Begeisterung Meys fürs Fliegen: Er absolvierte eine Flugausbildung zum Erwerb der Piloten-Lizenz am Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel anno 1973. Da er auch direkt am Flugplatz wohnte, verarbeitete er seine täglichen Eindrücke in diesem Lied. Durch die Assoziationen an „Freiheit“ im Liedtext, durfte Mey dieses Lied bei Konzerten in der DDR nicht spielen. Dennoch ist auch dieses Lied zu einem modernen deutschen Volkslied geworden, das viele ehrende Kommentare in Funk und Presse erfahren hat. Bei der Wahl der 100 besten Lieder des Jahrhunderts im ZDF im Rahmen der Sendung Unsere Besten – Jahrhunderthits im Jahr 2005 erreichte Über den Wolken den 4. Platz.

Als Antwort auf die seit den 80-er Jahren geführten Diskussionen über Männer- und Frauenrollen erschien im Mai 1984 Herbert Grönemeyers Rocksong Männer. Inhaltlich beschrieb er verschiedene Eigenschaften bzw. Klischees von Männern wie „Kriege führen, Raketen bau’n, Pfeife rauchen, Männer sind furchtbar schlau“ – andrerseits tauchen auch Attribute auf, die eher nicht der traditionellen Männerrolle entsprechen: „Männer nehmen in den Arm, Männer geben Geborgenheit, Männer weinen heimlich“ etc. Als Pointe stellt Grönemeyer die rhetorische Frage: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ und karikierte die Absurdität dieser Debatte um Geschlechterrollen, Chauvis, Machos und Softies. Mit diesem Song gelang Grönemeyer der Durchbruch vom Schauspieler zum nationalen Musikstar der deutschen Rockszene.

Mit einem internationalen „Superhit“ der schwedischen Gesangsgruppe ABBA – gesungen vom Männerchor und begleitet vom Akkordeon-Orchester – kommt unsere musikalische Zeitreise zu ihrem Höhepunkt: Der Popsong Mamma Mia handelt von einer Frau, die immer wieder von ihrem untreuen Partner enttäuscht wird und ihm dennoch verzeiht, da sie nicht stark genug ist eine Trennung durchzuziehen. Auch wenn die Handlung klischeehaft wirkt – im italienischen Titel Mamma Mia = „Meine Güte“ steckt ja schon das gewisse „Augenzwinkern“ – überzeugte der mitreißende Popsong wieder das internationale Publikum, wo er wochenlang auf Platz 1 der Chartlisten stand. Eine Rolle bei diesem Erfolg dürfte auch der Einsatz modernster Studio-Technik gespielt haben: Instrumente wurden erstmals auf verschiedenen Spuren aufgenommen und anschließend individuell gemischt. Man experimentierte mit verschiedenen Instrumenten und es kamen xylophon-artige Schlaginstrumente zum Einsatz. Band-Mitglied Andersson entdeckte eine Marimba im Studio und wollte zunächst nur provisorisch diverse Takte einstimmen, die jedoch gefielen und daher in das Stück integriert wurden. Vor allem dieses Instrument wurde zum Markenzeichen des Songs.[6] Ein zusätzliches Streicherarrangement verlieh dem Arrangement einen zusätzlichen Reiz. Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad – deren Anfangsbuchstaben zum Gruppennamen ABBA zusammengesetzt waren – hatten wieder einen WELTHIT; nachdem sie mit Waterloo 1974 den Eurovision Song Contest im englischen Seebad Brighton gewonnen hatten.

(Enrico Trummer)

Gedanken zu „ZEITREISE – von ABBA bis SCHUBERT“ 2/3

Vom Wiener Walzer zur Berliner Operette

Mit dem Frühlingsstimmen Walzer von Johann Strauss leitet das Akkordeon-Ensemble – auf instrumentale Weise – zu unserem nächsten Chorblock über: Wien – als Zentrum von Walzern und Märschen – prägte mit der Strauss-Dynastie ganz maßgeblich den Musikgeschmack in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts – und erreichte ganz sicher auch die Sänger des KORNWESTHEIMER LIEDERKRANZES.

Der Walzer An der schönen blauen Donau erklang zum ersten Mal am 15. Februar 1867 bei einem Faschingsball des Wiener Männergesangsverein – in einer gesungenen Version für Männerchor, die von der Kapelle des Infanterie-Regimentes 42 begleitet wurde. Dirigent war Rudolf Weinwurm, der auch die Chorstimmen eingerichtet hatte.

In die erste Fassung des Walzers hatte nachträglich Josef Weyl, der Vereinsdichter des Wiener Männergesang-Vereines, einen Text geschrieben, der mit den Worten „Fasching ist da“ begann. Dieser Text wurde von ihm rasch verworfen und „umgedichtet“: Der Anfang in der Uraufführung lautete nunmehr: „Wiener seid froh – oho, wieso?“ Weitere Textierungen folgten – blieben aber ohne durchschlagenden Erfolg. Erst im Jahre 1889 dichtete der Jurist und Ministerialbeamte Franz von Gernerth einen neuen Text, der mit „Donau so blau“ nun auch den Titel des Walzers berücksichtigte. Und zur Erstaufführung von Gernerths Text schrieb die Presse: „Es ist erfreulich, dass der…populär gewordenen Hymne der Stadt Wien nunmehr endlich auch ein ihr würdiger Text unterlegt ist.“ Diesen Text verwendet auch der LIEDRKRANZ in seiner heutigen Aufführung.

Dass dieser Walzer – zusammen mit dem Radetzky-Marsch – bis zum heutigen Tag als die „heimliche Hymne“ Österreichs gilt – wie auch als „Hymne der Stadt Wien“ – hatte einen ganz praktischen Grund: Als am 27. April 1945, anlässlich der Proklamation der Unabhängigkeit Österreichs keine Nationalhymne zur Verfügung stand, wurde vor dem Parlament der Walzer An der schönen blauen Donau intoniert. Ebenso wurde er bei den ersten Spielen der österreichischen Fußballnationalmannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg gespielt – quasi als „heimliche Hymne“.

Auch von Johannes Brahms – einem engen Freund und Bewunderer von Johann Strauss (Sohn) – ist ein Kommentar zum Donau-Walzer überliefert: Auf dem Autografenfächer von Strauss’ Stieftochter notierte Brahms die Anfangstakte des Walzers und fügte hinzu: „Leider nicht von Johannes Brahms“. Ein schöneres musikalisches Kompliment ist wohl selten gemacht worden…

Schon fast wie beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker schließt auch der erste Teil des Jahreskonzert beim LIEDERKRANZ KORNWESTHEIM: Mit dem weltbekannten Radetzky-Marsch in einer Version für Männerchor und Akkordeon-Orchester (Instrument des Jahres 2026!) wird der Theatersaal im „K“ für einen Moment fast zum legendären „GOLDENEN SAAL“ im Wiener Musikverein.

Der Marsch hat einen geschichtsträchtigen Hintergrund: Johann Strauss (Vater) widmete ihn dem österreichischen Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz. Er führte am 25. Juli 1848 die österreichischen Truppen bei der Schlacht von Custozza gegen das piemontesische Heer zu einem überzeugenden Sieg – und sicherte damit noch für einige Jahre die habsburgische Herrschaft über Ober-Italien. Der „Kaiser-treue“ und konservative Vater Johann Strauss (im Gegensatz zu seinem eher „modern-freiheitlich“ eingestellten Sohn Johann!) organisierte am 31. August 1848 ein Siegesfest in den Parkanlagen des „Wasserglacis“ in Wien „zu Ehren der tapferen Armee in Italien und zur Unterstützung der verwundeten Krieger“ an. Dabei kündigte er auch die Uraufführung eines neuen Marsches an, der als Radetzky-Marsch uraufgeführt wurde. Der Marsch in seiner originalen Fassung von 1848 ist dabei eigentlich ein fröhlich-beschwingtes Stück ohne jedes „martialische Gehabe“, mehr Tanz- statt Militärmusik!  Die hohe Popularität des Marsches führte bald dazu, dass auf seinen markanten Rhythmus (datadám datadám datadám damdám = drei Anapäste, ein Jambus) viele verdeckt oder offen spöttische Untertexte eingefügt wurden: z. B. Wenn der Mops mit der Wurst übern Eckstein springt und der Storch in der Luft einen Frosch verschlingt

Eine Tradition aus den Neujahrskonzerten könnte heute Abend durchaus auch in Kornwestheim Vorbild sein: Das Publikum klatscht dort – wie auch anderweitig – regelmäßig im Takt nach dem Dirigat mit – es darf also geklatscht werden…

Wie in den letzten Jahren eröffnet der Chor der Schillerschule mit einem Chorbeitrag den zweiten Programmteil: Trotzdem ist es heute eine kleine „Premiere“: Zum ersten Mal wird der Chor von Frau Yana Shevlyuge geleitet, die für die Einstudierung und Auswahl der Lieder verantwortlich ist. Man darf gespannt auf den Auftritt sein…

Die Fortsetzung der Zeitreise liegt nun wieder beim LIEDERKRANZ: Von Wien wechselt das Geschehen nach Berlin – und wir machen Station im frühen 20. Jahrhundert: Die musikalischen Protagonisten sind jetzt der sehr bekannte Paul Lincke und der wenig bekannte Siegfried Translateur.

Paul Lincke gilt als „Vater“ der Berliner Operette. Am Berliner Apollo-Theater feierte er mit seinen Operetten Lysistrata oder Frau Luna große Erfolge. Seine Melodien wurden bald zu Schlagern, die ganz Berlin und Deutschland in ihren Bann zogen! Mit einem kleinen Potpourri von Operettenauszügen erinnern wir an das Flair der Berliner Metropole, wie sie am Anfang des 20. Jahrhunderts – bis in die aufregenden „goldenen Zwanziger“ den Zeitgeist prägten: Evergreens wie Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe, Lose muntre Lieder, Glühwürmchen flimmre oder gar Das macht die Berliner Luft aus der „burlesk-phantastischen“ Ausstattungs-Operette Frau Luna haben bis heute nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt. Ähnlich wie dem Donau-Walzer in Wien ist auch Linckes Berliner Luft eine besondere Ehre zuteil geworden: Dieses Lied wurde zur „heimlichen Hymne“ der Stadt Berlin erkoren – und wird jedes Jahr bei den legendären Konzerten der Berliner Philharmoniker auf der Berliner Waldbühne am Ende als krönendes Finale gespielt – mitgesungen/mitgeklatscht von einem enthusiastischen Publikum.

Siegfried Translateur, gebürtig in Breslau, ausgebildet am Wiener Musik-Konservatorium und in Leipzig, wechselte 1909 als Kapellmeister nach Berlin. Er gründete dort einen Musikverlag und komponierte für diesen vorwiegend Märsche und Walzer. Unsterblichen Ruhm erlangte seine Walzerfolge Wiener Praterleben. Dieser Walzer – mit 17 Jahren 1892 komponiert – wurde vor allem in den 1920-er Jahren bei den Berliner Sechstagerennen populär – nicht zuletzt auch dadurch, weil das Berliner Original Krücke (bürgerlicher Name: Reinhold Habisch) dem 2. Walzer mit seinen witzigen Zwischenpfiffen eine „besondere Note“ verliehen hatte.

Tragisch war das Ende von Siegfried Translateur: Nach den „Nürnberger Gesetzen“ von 1935 galt er als „jüdischer Mischling“ und musste seine „nicht-arische“ Firma liquidieren. Am 19. April 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er am 1. März 1944 zu Tode kam. Am 18. Oktober 2024 wurden vor dem ehemaligen Haus in Berlin-Wilmersdorf, in dem er seit 1914 wohnte, zwei Stolpersteine für ihn und seine Ehefrau verlegt.

Eine neue Farbe in unsere Zeitreise bringen nun drei ebenso berühmte wie populäre neapolitanische Volkslieder, die aufgrund ihrer weltbekannten Interpreten (von Pavarotti bis Sinatra, Mario Lanza bis Andrea Boticelli oder Dean Martin bis Elvis Presley) zu wahren „Gassenhauern“ im 20. Jahrhundert geworden sind. In all diesen Liedern geht es meist um Liebe oder um die Schönheit der neapolitanischen Heimat. Dem Lied Torna a Surriento (Komm zurück nach Sorrent) von Ernesto De Curtis (Musik) und Giambattista De Curtis (Text) aus dem Jahre 1902 liegt ein historisches Ereignis zugrunde: Es entstand, um den italienischen Premierminister Giuseppe Zanardelli bei einem Besuch im Hotel Imperial Tramontano in Sorrent zu beeindrucken und zur Rückkehr zu bewegen. Das 1905 offiziell registrierte Lied ist ein Liebeslied an die Stadt Sorrent und gilt als Klassiker der italienischen Musik. Auch zur Entstehung von Marechiare existiert eine nette Anekdote, die vom Textdichter Salvatore de Giacomo stammt: Nach einer Bootstour durch den Golf von Neapel kehrte die kleine Gruppe um den Textdichter in einer Taverne in „Marechiaro“ ein: Die schöne Aussicht, ein Fenster mit einer Nelke, eine junge Frau, die den Dichter an vergangene Besuche erinnerten, inspirierten ihn zu seinem Liedtext. Da auch der Komponist Paolo Tosti zur Gruppe gehörte, bot ihm Salvatore an, gegen eine Gebühr von einem Pfund Gold, eine Melodie zu seinem Text komponieren zu dürfen. Tost nahm das Angebot an – und seine Melodie wurde weltberühmt…Auch die Entstehungsgeschichte von O sole mio ist überliefert: Komponist Eduardo di Capua befand sich 1898 mit dem Neapolitanischen Staatsorchester in der (damals) südrussischen Stadt Odessa. Aufgrund der dortigen Kälte und aufgrund seines Heimwehs nach Neapel konnte er in seinem Hotelzimmer nicht einschlafen. Als am Morgen die Sonne aufging und durch das Hotelzimmer schien, kam ihm die Melodie zu O sole mio in den Sinn. Di Capua unterlegte die Melodie mit den Versen des neapolitanischen Dichters Giovanni Capurro – und trotz des russischen Entstehungsortes war eines der berühmtesten neapolitanischen Volkslieder entstanden.

Gedanken zu „ZEITREISE – von ABBA bis SCHUBERT“ 1/3

Gründungszeit

Bei der Programm-Konzeption des Jahreskonzerts 2026 war die fast 170-jährige Vereinsgeschichte des LIEDERKRANZ KORNWESTHEIM für mich eine inspirierende Vorstellung: Welche Fülle an zeitgeschichtlichen Ereignissen hat dieser Verein erlebt, welche Lieder mögen in dieser langen Zeit gesungen worden sein? Die Quellenlage hierzu ist spärlich – immerhin: Zurzeit der Gründung des Vereins lebte Friedrich Silcher noch – der Meister des volkstümlichen Chorgesangs! Und mit Sicherheit wurden seine anrührenden Chorsätze auch von den Männern in Kornwestheim gesungen.

Am 2. Februar 1858 wurde der Kornwestheimer Chor unter dem Namen „Gesangverein“ vom Lehrergehilfen Gotthilf Sigle gegründet – erst am 2. Dezember 1872 konstituierte sich der „Gesangverein“ als LIEDERKRANZ KORNWESTHEIM.

Auch wenn sich wenig Konkretes zum Repertoire des Chores im Laufe seiner frühen Historie finden lässt: Die Idee einer musikalischen Zeitreise war geboren: Unser heutiges Programm lässt musikalische Höhepunkte der vergangenen Dekaden Revue passieren – und die ein oder andere Melodie wurde mit Sicherheit auch in Kornwestheim gesungen.

Unsere heutige Zusammenstellung kann selbstverständlich nicht „vollständig“ sein – eher herrscht das Prinzip vor: „Mut zur Lücke“! Mit ausgewählten Liedern bzw. „Werken“ aus verschiedenen Epochen sollen Komponisten erklingen, die ihre Zeit musikalisch geprägt hatten.

Im ersten Chorblock präsentiert der Chor a-cappella-Stücke bzw. Bearbeitungen „vor“ und „aus“ der Gründungszeit in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts:

Die Eröffnung des Konzerts mit der „Württembergischen Hymne“ Preisend mit viel schönen Reden führt uns auf unserer Zeitreise noch einmal zum jungen „Königreich Württemberg“: Den Text zu Der reichste Fürst schrieb 1818 der Tübinger Romantiker Justinus Kerner.  Er schrieb seinen Text zu einer Melodie, die nicht lange zuvor anonym entstanden war und zum ersten Mal 1801 in einem Liederbuch aufgezeichnet wurde. Auffallend sind die musikalischen Parallelen zur Marseillaise – die französische Revolution lässt grüßen…. Der früheste gemeinsame Abdruck von Text und Musik in dieser Form stammt aus dem Jahr 1823. Theodor Eschenburg schreibt dazu in seinen Erinnerungen an die Zeit der Verhandlungen um den Südweststaat:

„…der württembergische Patriotismus spielte eine starke Rolle. Unentwegt wurde das württembergische Nationallied (von Justinus Kerner) Preisend mit viel schönen Reden gesungen, in dem die deutschen Fürsten ihre Länder loben und bei dem es üblich war, dass die Leute die letzte Strophe, in der dem Württemberger, dem Grafen im Barte, der Preis zuerkannt wird, stehend sangen. Selbst die Kommunisten erhoben sich.“

Die Nacht ist ein Vokalwerk von Franz Schubert für vierstimmigen Männerchor, das 1823 veröffentlicht wurde. Es handelt sich um ein weltliches Lied, dessen Text von Friedrich Adolf Krummacher stammt. Das Lied besingt die nächtliche Ruhe und die Sterne, und zeigt in seinem innigen und anrührenden Ausdruck die Schubert’sche Meisterschaft in der Verbindung von Musik und Wort – Musik wird hier zur klingenden Poesie.

Mit ziemlicher Sicherheit dürften die Sänger der Gründungszeit aber Chorsätze vom Zeitgenossen Friedrich Silcher gekannt und gesungen haben: Frisch gesungen ist einer dieser wohlbekannten Klassiker des schwäbischen Chormeisters aus Schnait: Es preist die „heilende Kraft des Singens“ auf das menschliche Gemüt – gültig bis in unsere Tage!

Noch einmal wird der Abend und die Nacht besungen: Schon die Abendglocken klangen aus der Oper „Das Nachtlager von Granada“ gehört zu den heute noch sehr populären romantischen Opernchören mit einer schönen und eingängigen Melodie. Komponist Conradin Kreutzer stammt aus der Nähe von Meßkirch, ging auf die Lateinschule der Benediktiner-Abtei Zwiefalten und gilt als typischer Vertreter der deutschen Frühromantik. Bevor er seiner Berufung zum Komponisten und Musikers folgen konnte, musste er auf Wunsch seines Vaters aber an der Uni in Freiburg zuerst Jura studieren…

Das Finale des ersten Chorblocks ist dann eine Chorbearbeitung des 6. Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms von Kurt Günth. Ursprünglich stammen die Melodien der Ungarischen Tänze nicht direkt von Brahms. Er lernte diese ungarischen Weisen bei seinen Auftritten mit den ungarischen Geiger Eduard Reményi kennen. Daraus arrangierte Brahms in den Jahren 1858 (Gründungsjahr des Liederkranzes) bis 1869 eine Fassung für vierhändiges Klavierspiel. Diese vierhändige Fassung verhalf Brahms zu großer Bekanntheit – in allen Bürgerhäusern mit Klavier wurden seine Ungarischen Tänze mit Begeisterung gespielt. Auch in der Chorfassung – mit einer kleinen Liebesgeschichte ausgeschmückt – wird das überschäumende „ungarische Temperament“ mit Witz und Charme hörbar…

Auch unsere diesjährigen musikalischen Gäste – das KORNWESTHEIMER AKKORDEON-ORCHESTER – fügen sich in unser Programmkonzept „nahtlos“ ein: Mit einem weiteren Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms und einem SLAWISCHEN TANZ NR. 10 von Antonin Dvorak setzen sie den Chorausklang des ersten Chorblocks thematisch fort.

(Enrico Trummer)

Jahreshauptversammlung

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Der Liederkranz hat sich am 11. März zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Hasen getroffen.

Der Verein kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurückblicken. Zu Beginn der Versammlung nahm 1. Vorstand Reinhard Wagner die Ehrung verdienter Mitglieder vor. Herausgehobene Ehrungen erfuhren Willi Waidmann für 70 Jahre, Karl Haller für 65 Jahre und Fritz Deiß für 60 Jahre Singen im Chor. Dafür erhielten sie vom Deutschen Chorverband Urkunde und Goldene Ehrennadel und vom Liederkranz Urkunde und Weinpräsent. Für 40 Jahre Singen wurde Uli Francke geehrt, mit Urkunde und Silberner Ehrennadel vom Schwäbischen Chorverband. Seine Frau Ulrike Francke nahm stellvertretend für ihn die Ehrengaben in Empfang. Für 10-jährige Sängertätigkeit und Mitgliedschaft wurden geehrt Gerhard Eisele, Karl Eisenmann und Andy Sohn. Die langjährige Verbundenheit mit dem Verein wurde einmal mehr in diesen Ehrungen deutlich.

Mit dem danach folgenden Jahresbericht durch den ersten Vorstand, Reinhard Wagner, konnten die Anwesenden noch einmal in Erinnerungen an ein ereignisreiches Jahr 2025 schwelgen. Hervorzuheben waren hier das Jahreskonzert im K unter dem Motto „OPER – ETTE – MUSICAL“, an dem sich wie schon im vorherigen Jahr die Tanz- und Ballettschule Biedermann und der Schulchor der Schillerschule beteiligten. Weitere musikalische Highlights waren der Auftritt bei der Seniorenfeier im vergangenen März sowie das Singen in den Gottesdiensten zu Erntedank und Silvester. Das alljährliche Musik- und Gartenfest im Juli war wie auch die letzten Jahre ein voller Erfolg und von besonders gutem Wetter gesegnet.

Die weiteren geselligen vereinsinternen Aktivitäten wie etwa der Jahresausflug nach Regensburg im Sommer, das Scheunenfest im September oder der Besenbesuch zum Jahresbeginn 2026 zeigen deutlich, warum es dem Liederkranz gelingt, seine Mitglieder langfristig zu binden. Reinhard Wagner schloss passenderweise seinen Vortrag mit dem folgenden Statement ab: „Wir sind ein Verein zum Wohlfühlen, sehr aktiv und mit einem festen Platz im kulturellen Leben der Stadt Kornwestheim. Und das wollen wir so fortsetzen!“

Auch im Jahr 2025 konnten wieder drei neue Sänger für den Chor gewonnen werden, was Chorleiter Enrico Trummer für das anstehende Jahreskonzert positiv stimmte. In seinem Bericht zur Chorarbeit benannte Trummer in erster Linie die Zukunftsfähigkeit des Chores als sein erstes Ziel. Darüber hinaus ist es sein Wunsch, jedes Jahreskonzert mit einer gut durchdachten Konzeption anzugehen, die den Zuhörern ein anspruchsvolles und ernsthaftes Programm bietet. So orientiert sich die Konzeption des Jahreskonzertes, welches am 9. Mai im K stattfinden wird, an der mittlerweile fast 170-jährigen Vereinsgeschichte. Unter dem Motto „ZEITREISE – VON ABBA BIS SCHUBERT“ probt der Chor derzeit etwa 20 neue Stücke ein und ist hier auf einem sehr guten Weg. Ergänzt wird das diesjährige Jahreskonzert erneut vom Schulchor der Schillerschule und dem Kornwestheimer Akkordeonorchester.

Kassier Günther Steudle berichtete über eine solide Finanzlage des Vereins. Die Kassenprüfer Rüdiger Ament und Karlheinz Meyle bescheinigten ihm eine präzise und korrekte Kassenführung.

Bei den Wahlen zum Ende der Versammlung wurde Dario Meinecke erneut als 2. Vorstand bestätigt. Zudem wurden Gerhard Einsele, Klaus Beiter und Herbert Rosenberger als Ausschussmitglieder, und Karl-Heinz Meyle und Rüdiger Ament als Kassenprüfer wiedergewählt.

Reinhard Wagner bedankte sich zum Schluss der sehr harmonischen Versammlung noch einmal bei allen aktiven und passiven Mitgliedern, die sich zum Wohle des Vereins engagieren, sowie bei Enrico Trummer für sein hohes Engagement.

(Johnny Lux)

Liederkranz bei der Markungsputzete aktiv

Auch im Jahr 2026 beteiligte sich der Liederkranz Kornwestheim wieder engagiert an der traditionellen Markungsputzete der Stadt Kornwestheim. Wie bereits in den vergangenen Jahren war es für unsere Sänger selbstverständlich, einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz in unserer Heimatstadt zu leisten.

Treffpunkt war das Domertal, wo sich die Helfer mit Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken ausstatteten. Anschließend machten sie sich daran, das dem Liederkranz zugewiesene Areal von Abfall aller Art zu befreien. Dabei kam – leider – wieder einiges zusammen: Von Verpackungen über Flaschen bis hin zu achtlos entsorgten Gegenständen wurde alles eingesammelt und in Säcken zur Abholung durch die städtischen Dienste vorbereitet.

Neben dem tatkräftigen Einsatz für eine saubere Umwelt stand auch das gemeinschaftliche Erlebnis im Mittelpunkt. In guter Stimmung und mit viel Teamgeist zeigte sich einmal mehr, dass der Liederkranz nicht nur musikalisch harmoniert, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden, die ihre Zeit und Energie investiert haben.

Der Liederkranz probt für das Jahreskonzert am 9. Mai

Musik aus 170 Jahren

Am 07.02.2026 versammelten sich die Sänger des Liederkranz Kornwestheim zur ersten Sonderprobe für das diesjährige Jahreskonzert am 09. Mai 2026 im K. Unter der Anleitung von Chorleiter Enrico Trummer erzielten die motivierten Sänger über die ganztägige Probe hinweg einen großen Lernfortschritt.

Anknüpfend an die nahezu 170-jährige Geschichte des Chores (der Liederkranz wurde 1858 gegründet) erwartet die Zuschauer in diesem Jahr ein anspruchsvolles Programm unter dem Motto „ZEITREISE“. Dazu gehören etwa Stücke aus der Mitte bzw. Ende des 19. Jahrhunderts wie „Die Nacht“ von Franz Schubert oder die Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß. Ebenso Paul-Lincke Potpourris aus den 1920er Jahren bis hin zu moderneren Liedern wie „Über den Wolken“ von Reinhard Mey oder „Mama Mia“ von ABBA.

Sehr gerne ist der Liederkranz bereit, neue motivierte Sänger für dieses vielversprechende Programm im Chor willkommen zu heißen. Interessierte Männer sind herzlich zum Mitsingen eingeladen.

Information:
Proben: Donnerstag, 19:30 Uhr im Musiksaal der Schillerschule, Schillerstraße 13, Kornwestheim

Kontakt:
1. Vorstand Reinhard Wagner
im Kirchle 18
70806 Kornwestheim
Telefon: 07154/26131
Mobil: 0172 7857222
E-Mail: reinhard-wagner@web.de

Hauptversammlung des Liederkranz

am Mittwoch, 11.03.2026, im Gasthaus Hasen
Christofstr. 22, Kornwestheim
Beginn: 19.00 Uhr

Tagesordnung

  1. Begrüßung
  2. Gedenken der verstorbenen Mitglieder
  3. Ehrungen im Jahr 2026
  4. Tätigkeitsbericht des 1. Vorstands
  5. Bericht des Chorleiters
  6. Jahresbericht des Kassiers
  7. Bericht der Kassenprüfer, Entlastung des Kassiers
  8. Entlastung von Vorstand und Ausschuss
  9. Neuwahlen 2026
  10. Erhöhung des Jahresbeitrags
  11. Anträge zur Hauptversammlung
  12. Verschiedenes

Anträge zur Hauptversammlung sind schriftlich bis zum 21.02.2026 an den 1. Vorstand zu richten.

Silvestergottesdienst

Zum Jahresende versammelten sich zahlreiche Gläubige in der evangelischen Johanneskirche, um gemeinsam in einem ökumenischen Gottesdienst Abschied vom Jahr 2025 zu nehmen. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war erneut die musikalische Mitwirkung des Liederkranzes, der diese Tradition bereits seit vielen Jahrzehnten pflegt.

Unter der Leitung von Enrico Trummer erklangen festliche und zugleich besinnliche Chöre, die dem Anlass eine eindrucksvolle Atmosphäre verliehen. Mit dem „Te Deum“ aus Osttirol sowie dem Gloria und dem Schlussgesang aus Franz Schuberts Deutscher Messe schuf der Chor einen würdigen musikalischen Rahmen für den Jahreswechsel.

Anstelle eines klassischen Nachspiels stand der gefühlvoll vorgetragene Chor „Weihnachtsglocken mit Andachtsjodler“. Der herzliche Applaus machte deutlich, wie sehr die Darbietungen das Publikum berührten – ein stimmungsvoller und gelungener Jahresausklang für Chorleiter Enrico Trummer und seine Sänger.

Der Liederkranz Kornwestheim wünscht frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2026